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Denn zuviel Zeit verbringt er mit dem Darübernachdenken, wie etwas sein könnte. Kalter Kaffee steht auf dem Schreibtisch. Die Tasse hinterlässt einen getrockneten Kaffeerand auf dem hellen Holz des Tisches. Alles hinterlässt seine Spuren, sei es nur der Abdruck einer Kaffeetasse auf einem Schreibtisch. Menschen und Erfahrungen hinterlassen beständig Kuhlen in den Herzen der Menschen, der eine mehr, und der andere weniger. Was damit geschieht, mit diesen Kuheln und Erinnerungen, ist inidivuelle Verarbeitungstechnik.
Er knabbert an dem trockenen Brötchen und legt es wieder zur Seite. Überall auf dem Tisch befinden sich nun Krümel, wie lästige Fliegen sind sie überall. Unmöglich so zu arbeiten. Ein Blick durchs offene Fenster nach draußen, da wo das Leben scheinbar tobt – ohne ihn. Vorankommen, behäbiges Beschäftigtsein. Manchmal ist man in sich selbst gefangen.
Ein Anruf, ein Satz, und alles in einem schreit. Nach Ruhe. Nach Abstand. Nach weit weit weg und endlich alles in die Welt schreien. Doch er kann nicht. Rücksicht heißt das Zauberwort in diesem Fall. Rücksicht auf alles und jeden. So wird die Wut und die Verzweiflung im Keim erstickt. Ein weiteres Nagen am trockenen Brötchen, bis es in den Mülleimer fliegt. Vergessen und verschimmelt, irgendwann.
Die Wut und die irrationale Verzweiflung lässt den Menschen ganz anders werden. Zuviel Aggression in ihm, macht ihn taub für andere. Verständlich, wenn er sich neben seinen eigenen Problemen, noch denen von anderen Menschen stellen muss. Ganz allein. Im Leben und auf der Welt. Das Gefühl an sich ist nicht sein Problem, denn allein muss er ohnehin sein Leben meistern, helfen kann ihm dabei niemand. Aber Anteilnahme, Interesse – ehrliches Interesse. Nichts. Nicht so schlimm.
Wären da nicht die anderen. Die, die einen grundlos anpöbeln. Die, die ungerchterweise den Weg im Leben leichter finden. Die, die sich kümmern müssten, bei denen sich das Verhältnis aber schon lange gedreht hat. Die, die man liebt, lieben möchte-aber jeder Ruf verhallt im Nichts. Es ist als wäre man ganz still und eigentlich voller Krach und möchte platzen und muss etwas tun. Jemandem wehtun, etwas zerstören … voller Verzweiflung beginnt er zu schreien, die Leute auf der Straße schauen auf, zu dem offenen Fenster. Er wirft den Mülleimer hinaus, mitten auf die Straße, etliche Bücher folgen, hörbar geht ein Fenster zu Bruch…
Danach tut es ihm leid, der Bücher wegen. Und peinlich ist es auch. Die Leuet beobachten ihn, der ausbrechen wollte, und so kläglich gescheitert ist, und der jetzt seine Bücher und seinen Mülleimer von der Straße sammelt … das Brötchen bleibt am Rande liegen.

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